Kinder haben Rechte!

Bereits zum 3. Mal in Folge, wurden am Dienstag (19.09.2023) im Kindergartenbereich vom Kinderhaus Groß und Klein in Leipzig für unser Kinderparlament gewählt. Aus 9 Kandidaten wurden 5 Vertreterkinder gekürt. In 3 Wochen erfolgt dann auch die Wahl der Kindervertreter aus dem Hortbereich. Das Recht auf Mitbestimmung bekommt auf diese Art und Weise auch in diesem Jahr wieder neues Leben eingehaucht. Unser Kinderparlament setzt sich dann aus einer Erzieherin des Krippenbereiches, 5 Kindern im Kindergartenbereich und 7 (+7Vertreter*innen) Kindern im Hortbereich zusammen. 

Aber lasst uns zurückblicken... denn eine solche Wahl bedarf natürlich auch einiger Vorbereitung.

Am 29.08.2023 trafen sich interessierte Kindergartenkinder zu einer „Info-Veranstaltung“ zum Thema „Was bedeutet es Kindervertreter zu sein und was ist ein Kinderparlament“. 12 Kinder zeigten reges Interesse und folgten der Einladung unserer Kitasozialarbeiterin Tina. Dabei waren sowohl erfahrene ehemalige Vertreterkinder, die Lust hatten, weiter zu machen, als auch neue Interessierte. Tina besprach viel mit den Kindern und lies die „Profi-Kinder“ von Ihren gemachten Erfahrungen berichten, was das Amt des Kindervertreters mit sich bringt. Dann notierte sie alle Interessenten auf einem Flipchart. Eine Woche später lud Tina wieder zu einem Treffen ein. Hier sollten nun die Kinder kommen, die kandidieren wollen und gemeinsam gestaltenten sie an diesem Tag wundervolle 8 Wahlplakate. Die Kinder beantworteten darauf Fragen wie:

  • Warum möchtest du Kindervertreter werden?
  • Wieso sollten die anderen Kinder dich wählen?
  • Für was möchtest du dich einsetzen? und
  • Was ist dir wichtig?

Diese Plakate wurden dann für knapp 1,5 Wochen in einem im Tagesverlauf oft genutzten Raum in Augenhöhe der Kinder aufgehangen. Daraus resultierten viele Gespräche und Nachfragen der Kinder an die Kandidat*innen und Erzieher*innen. Auch im Morgenkreis wurde die Wahl thematisiert.

Am 19.9.2023 folgte dann, natürlich geheim, die Wahl. Dabei wurden von der Kitasozialarbeiterin unterschiedliche altersgruppenspezifische Methoden genutzt. Diese reichten von Zeigen über die Verteilung von Muggelsteine bis hin zu erstellten Wahlzetteln auf denen per Kreuz abgestimmt wurde. Sogar eine kurzfristig entschlossene Kandidatin kam noch dazu.

Nach dem Auszählen stand fest – Bruno, Edda, Lotta, Melia und Saffira werden für 1 Kindergartenjahr die Interessen der Kinder aus diesem Bereich vertreten, die Beschwerden einbringen und diese mit Tina, als Bindeglied zu den Erwachsenen, bearbeiten und Lösungen suchen.

Im Dezember wollen wir noch eine Nachwahl bei den jüngsten Kindergartenkindern stattfinden lassen. Diese müssen sich erst noch an die Abläufe im Kindergarten gewöhnen und werden dann erstmal abwechselnd zu zweit eingeladen, an den regelmäßig stattfindenden Treffen teilzunehmen, um so an die Aufgaben herangeführt zu werden und Einblicke/Interesse zu bekommen.

Mit den Vertretern vom Hort werden neben regelmäßige Treffen zusätzlich bei Bedarf zu allen großen Entscheidungen Sitzungen einberufen. Ebenso vertritt eine Erzieherin aus dem Krippenbereich deren Bedürfnisse, da es den Kindern dieses Altersbereiches noch schwer fällt sich zu äußern und sie darauf angewiesen sind, hier aufmerksame und empathische Vertreter bei den Erwachsenen zu haben. Diese ganzen Austauschsitzungen zu ermöglichen ist zeitlich gar nicht so einfach.

Wichtig ist bei Allem immer die Freiwilligkeit der Kinder. Wenn ein Kind keine Lust mehr hat, darf es dies jederzeit äußern und wir schauen dann, wie wir jeweils individuell damit umgehen.